Kleines Lexikon der Psychiatrie, Psychosomatik und der Psychotherapie

Derzeit befinden sich 63 Begriffe in diesem Verzeichnis
Abulie

Krankhafte Willensschwäche.


Das Wort “abulia” bedeutet im Griechischen Willenlosigkeit. Die Abulie äußert sich in einer mangelnden Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen oder durchzusetzen.


Sie kann beispielsweise im Rahmen der Minussymptomatik bei der Schizophrenie, der Depression oder auch als Begleitsymptom bei anderen psychischen Erkrankungen auftreten. Hirnorganische Veränderungen wie Tumor, Schlaganfall, eine Kopfverletzung oder Demenz können ebenfalls die Symptomatik einer Abulie auslösen.


Affekt

Starke Gemütsbewegung oder Zustand starker psychischer Angespanntheit. Das Wort „affectus“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „in eine Stimmung versetzen“.


Charakteristisch für den Affekt ist, dass dieser Zustand in der Regel nur kurzzeitig anhält. Beispiele sind Wut, Zorn, Hass oder Freude.


Aggressivität

Angriffslust.


 

Das Wort steht für das Ausmaß, zu welchem ein Mensch zu Aggressionen neigt und/oder die Häufigkeit und Stärke von aggressiven Handlungen.


Agoraphobie
Starke Angst, die beim Aufenthalt in Situationen in der Öffentlichkeit auftritt, aus welchen keine direkte Fluchtmöglichkeit besteht, eine Flucht peinlich wäre oder in welchen Sorge um das rechtzeitige Eintreffen von Hilfe bei einer Panikattacke besteht.

Die Furcht kann sowohl während der erlebten angstbesetzten Situation als auch als Erwartungsangst bereits vor dem Eintreten einer derartigen Situation auftreten.

Weitere Details zu Entstehung, Symptomen und Verlauf der Agoraphobie sind unter folgendem Link zu finden:
Die Agoraphobie - Hypnosetherapie in Weil der Stadt (hypnose-mohr.de)

Akustische Halluzinationen
Sinnestäuschungen, die sich auf den akustischen Bereich beziehen. So können bei dieser Sinnestäuschung beispielsweise Stimmen gehört werden.

S. auch Artikel zu Halluzination.

Alexie
Unfähigkeit, beim Lesen den Inhalt des Textes zu verstehen. Das Wort stammt aus dem Griechischen und ist eine Kombination der Vorsilbe „a-“ für „nicht“ oder „un-“ und das Wort „léxis“, das „Sprechen“ oder „Wort“ bedeutet.

Ursache für die Alexie können z. B. ein Infarkt, ein Tumor oder eine Hirnblutung sein.

Es gibt verschiedene Formen der Alexie: die phonologische Alexie und die semantische Alexie. Bei der erstgenannten Störung kann die graphemische Wortstruktur nicht erfasst werden kann, d. h. trotz dem Vermögen, Buchstaben zu erkennen und zu lesen kann kein Wort daraus erfasst werden. Bei der semantischen Alexie handelt es sich um ein Unvermögen, die Bedeutung von Worten zu erfassen, obwohl diese gelesen werden können.

Die Alexie kann entweder separat oder in Verbindung mit anderen zentalnervösen Symptomen auftreten.

Amnesie
Gedächtnisstörung, die durch ein zeitlich und/oder inhaltlich beeinträchtigtes Erinnerungsvermögen gekennzeichnet ist.

Ursächlich kann zwischen einer organischen (z. B. durch Schädel-Hirn-Trauma, Demenz oder Intoxikation) und einer psychogenen Amnesie (z. B. infolge eines Traumas) unterschieden werden. Die psychogene Amnesie kann auch selektiv sein, d. h. sie kann sich nur auf bestimmte Inhalte beziehen.

In Hinblick auf die zeitliche Gedächtnisbeeinträchtigung kann die Amnesie in drei Typen unterteilt werden:

Kongrade Amnesie: Beeinträchtigtes Erinnerungsvermögen für den Zeitraum der Bewusstlosigkeit.
Anterograde Amnesie: Beeinträchtigtes Erinnerungsvermögen nach einem Ereignis.
Retrograde Amnesie: Beeinträchtigtes Erinnerungsvermögen vor einem Ereignis.

Anhedonie
Verlust von Lebensfreude.

Mangelnde Fähigkeit, Vergnügen, Freude oder Lust in Situationen zu empfinden, in welchen dies z. B. früher der Fall war. Diese Symptomatik kann in Verbindung mit verschiedenen psychischen Störungen wie Schizophrenie, Depression oder auch bei Psychosen auftreten.

Anorexia nervosa
Essstörung, die durch eine verminderte Nahrungsaufnahme bzw. Nahrungsverweigerung gekennzeichnet ist. Auch sog. Magersucht oder Anorexie. Es handelt sich um eine Körperschemastörung, die mit einem starken Kontrollbedürfnis bzgl. der Nahrungsaufnahme einhergeht. Durch Aktivitäten wie Diäten, exzessive sportliche Betätigung, selbstinduziertes Erbrechen, Hungern, Einnahme von Abführmitteln oder Diuretika wird eine Gewichtsreduktion erzwungen. Diese kann sogar ein lebensgefährliches Niveau erreichen. Die Anorexia nervosa ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die  ohne Behandlung einen tödlichen Verlauf nehmen kann.

Weitere Details zu Entstehung, Symptomen und Verlauf der Anorexia nervosa und zur Abgrenzung von der Bulimie sind unter folgendem Link zu finden:

Essstörungen erkennen und behandeln- Hypnosetherapie in Weil der Stadt (hypnose-mohr.de)

Anorexie
s. Artikel zu Anorexia nervosa.

Antriebsarmut
Das Fehlen von Aktivität, Energie und Initiative.

Das Motivieren von Menschen mit Antriebsarmut gestaltet sich relativ schwierig aufgrund der geringeren Fähigkeit, sich begeistern zu lassen.

Aphasie

Sprachstörung.


Das Wort „aphasía“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Sprachlosigkeit“.


Bei einer Aphasie kommt es zum Verlust des Sprechvermögens oder des Sprachverstehens.


Asthenie

Schwäche, Kraftlosigkeit oder Unfähigkeit, größere psychische oder physische Anstrengungen zu meistern.


Die Asthenie ist in der Regel Begleitsymptom von Infektionen oder anderen Erkrankungen oder kann als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Weitere Möglichkeiten zum Auftreten wurden in Verbindung mit fehlendem Schlaf oder Bewegung oder einem allgemein ungesunden Lebensstil beobachtet.


Hält die Asthenie über einen längeren Zeitraum hinweg an, ist eine ärztliche Abklärung zu empfehlen.


Benommenheit
Leichteste Form einer Bewusstseinstrübung. Bei einer Benommenheit zeigen sich ein herabgesetztes Reaktionsvermögen und eine reduzierte Auffassung.

S. auch Artikel zu Bewusstseinstrübung.

Beschäftigungstherapie
S. Artikel zu Ergotherapie.

Bewusstseinstrübung
Beeinträchtigung der Bewusstseinsklarheit in ihrer Qualität.

Bei einer Bewusstseinstrübung ist die Fähigkeit gestört, Aspekte zu sich selbst und der sich umgebenden Umwelt zu verstehen und die eigenen Handlungen dementsprechend auszurichten.

Bewusstseinstrübungen können beispielsweise in Verbindung mit Schädel-Hirn-Traumata, Morbus Alzheimer, nach Einnahme von bestimmten Medikamenten oder Drogen auftreten.

Bulimia nervosa
Essstörung, die durch Essattacken mit Kontrollverlust über das Essverhalten und einem darauf folgenden selbst herbeigeführtem Erbrechen gekennzeichnet ist. Sie wird auch als Bulimie bezeichnet. Das Wort „boulimía“ stammt aus dem Griechischen und steht für „Heißhunger“.

Typisch sind das Bedürfnis nach Essen auch ohne Hunger und/oder das Gefühl, vom Hunger verfolgt zu sein. Die Essensaufnahme geschieht häufig heimlich, weil sie das Gefühl von Scham und Angst, zu dick zu werden, hervorruft. Im Anschluss wird z. B. durch Abführmittel oder Diuretika ein Erbrechen der aufgenommenen Nahrung erzwungen. Häufig fasten Betroffene im Anschluss und/oder treiben exzessiv Sport. Durch diese Vorgehensweise bleibt die Bulimie häufig durch die Umgebung unentdeckt, weil das Gewicht der Betroffenen relativ konstant bleibt.

Weitere Details zu Entstehung, Symptomen und Verlauf der Bulimie und zur Abgrenzung von der Anorexia nervosa sind unter folgendem Link zu finden:

Essstörungen erkennen und behandeln- Hypnosetherapie in Weil der Stadt (hypnose-mohr.de)

Bulimie
s. Artikel zu Bulimia nervosa.

Burn-out-Syndrom
Gefühl des „Ausgebranntseins“, das von emotionaler Erschöpfung gekennzeichnet ist.

Das Burn-out-Syndrom wird häufig bei sehr engagierten Menschen beobachtet.

Déjà-vu
Falsches Wiedererkennen bzw. Erinnerungstäuschung. Es besteht der Eindruck, etwas aktuell Erlebtes bereits in der Vergangenheit erlebt, gesehen oder gehört zu haben.

Der Begriff stammt aus dem Französischen, wobei „déjà“ für „schon“ steht und „vu“ die Vergangenheitsform von „sehen“ ist, d. h. mit „gesehen“ übersetzt werden kann.

Desorientiertheit
Orientierungsstörung, für die charakteristisch ist, dass sich Betroffene situativ, zeitlich, räumlich oder in Bezug auf sich selbst nicht zurechtfinden können.

Ergotherapie
Eine Form der Behandlung bei psychischen Erkrankungen.

Grundgedanke dieser Therapieform ist es, Eigeninitiative und kreative Eigenschaften durch handwerkliche und kreativ-künstlerisches Arbeiten zu fördern.

Grübeln
Ständige Beschäftigung mit bestimmten Gedanken, häufig mit unangenehmen.

Gustatorische Halluzinationen
Sinnestäuschungen, die sich auf den Bereich des Geschmacks beziehen.

S. auch Artikel zu Halluzination.

Halluzination
Sinnestäuschung oder Trugwahrnehmung.

Es handelt sich um eine Sinneswahrnehmung, welche fälschlicherweise mit einem realen Sinneseindruck verwechselt wird, obwohl kein entsprechender Sinnesreiz vorliegt.

Verschiedene Arten von Halluzinationen können auftreten, beispielsweise: Akustische Halluzination, gustatorische Halluzination, hypnagoge Halluzination, olfaktorische Halluzination, optische Halluzination oder taktile Halluzination.

Heilpraktiker
Berufsbezeichnung eines in Deutschland nach bestandener amtsärztlicher Prüfung durch behördliche Erlaubnis zugelassenen Heilkundigen. Ein Heilpraktiker übt die Heilkunde berufsmäßig aus, es handelt sich um einen Medizinberuf ohne ärztliche Approbation, der auf dem deutschen Heilpraktikergesetz (HPG) basiert.

Hypochondrie
Eine Form der somatoformen Störung. Charakteristisch für somatoforme Störungen ist das Wiederholte oder Anhaltende Auftreten körperlicher Symptome ohne genügend nachweisbare organische Befunde. Die Hypochondrie ist eine unbegründete Befürchtung vor Erkrankung in der Gegenwart oder Zukunft.

Introvertiert
In sich gekehrt. Hauptsächliche Ausrichtung auf die eigene Innenwelt.

Katalepsie
Verharren in starrer Körperhaltung, wobei die Muskeln maximal angespannt sind.

Kataplexie
Sog. Schrecklähmung, bei welcher es durch Affekterlebnisse zu einem plötzlichen Muskeltonusversagen kommt. Z. B. bei Apoplexie

Katatonie
Psychisches Krankheitsbild, das hauptsächlich charakterisiert wird durch eine Störung von willkürlichen Bewegungen. Form der Schizophrenie. Das Wort „katátonos“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „abwärtsgespannt“.

Katharsis
Abreagieren von Emotionen bzw. Gefühlen, wodurch innere Spannungen oder psychische Konflikte abgebaut werden.
Das Wort stammt aus dem Griechischen von „kátharsis“ und steht für „Reinigung“.

Klaustrophobie
Angst davor, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten.
Das Wort „claustrum“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Schloss oder Gewahrsam.

Kleptomanie
Impulskontrollstörung mit pathologischem, d. h. krankhaftem, Drang zum Stehlen.
Das Wort „kléptein“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet stehlen.

Kleptophobie
Angst vor dem Stehlen oder davor, bestohlen zu werden.

Kognitive Therapie
Therapieform der Psychotherapie. Hierbei wird der Klient dazu veranlasst, seine Situation bzw. Lage zu überdenken, neu zu beurteilen und anschließend zu verändern.

Koma
Bewusstlosigkeit bzw. Form des verminderten Bewusstseins.

Konfabulation
Selbst erdachte Ideen oder Einfälle, die Erinnerungslücken schließen und von Betroffenen für tatsächliche Erinnerungen gehalten werden. Abzugrenzen ist die Konfabulation von einer absichtlichen Falschdarstellung bzw. Lüge.

Das Wort stammt aus dem Lateinischen von "fabula" und bedeutet Geschichte oder Märchen.

Beispielsweise kann die Konfabulation bei einer vorliegenden Demenz oder Schizophrenie auftreten.

Konzentrationsstörung
Unfähigkeit, sich ausdauernd auf eine bestimmte Tätigkeit oder einen Sachverhalt zu konzentrieren.


Magersucht
s. Artikel zu Anorexie.

Makropsie
Sehstörung, durch die Gegenstände vergrößert wahrgenommen werden, d. h. größer als sie in Realität sind.

Mikropsie
Sehstörung, durch die Gegenstände verkleinert wahrgenommen werden, d. h. kleiner als sie in Realität sind.

Mutismus
Sprechhemmung bzw. Wortkargheit bei gleichzeitig intaktem Sprachvermögen. Bei starker Ausprägung auch Nichtsprechen. Das Wort stammt aus dem Lateinischen von „mutus“ und steht für „stumm“. Der Mutismus ist in der Regel psychisch bedingt und ist geprägt von einem länger anhaltenden Auftretenszeitraum.

Mutismus kann im Zusammenhang mit einer Schizophrenie auftreten. So ist der katatone Untertyp der Schrizophrenie gekennzeichnet von Symptomen, welche die Psychomotorik betreffen (katatone Symptome). Bei vollem Bewusstsein können Betroffene dabei ohne zu sprechen (Mutismus) erstarrt liegen, bei gleichzeitig vollständigem Bewusstsein.

Der selektive oder auch elektive Mutismus tritt dagegen ohne Zusammenhang mit anderen psychatrischen oder organischen Grunderkrankungen auf. Er ist charakterisiert durch ein psychogenes Verstummen bei gleichzeitig intaktem Sprechvermögen. Häufig beginnt die Symptomatik in einem Altersbereich bis zum fünften Lebensjahr und kann schleichend auftreten oder akut aufgrund traumatischer Erlebnisse entstehen. Diese Form des Mutismus wird als selektiv bezeichnet, weil das Sprechen emotional bedingt selektiv erfolgt. So wird je nach Situation gesprochen oder geschwiegen. Mit dieser Störung sind häufig Angst, Empfindsamkeit oder Rückzug verbunden.

Narzissmus
Ichbezogenheit oder Selbstverliebtheit.

Herkunft des Begriffs ist die psychoanalytische Entwicklungstheorie.

Negativismus
Verhalten, das gekennzeichnet ist von gegenteiligem Handeln gegenüber einer Aufforderung oder vollständigem Verweigern der Handlung.

Olfaktorische Halluzinationen
Sinnestäuschungen, die sich auf den Bereich des Geruchs beziehen.

S. auch Artikel zu Halluzination.

Oneriroid
Bewusstseinszustand, der kein Traum ist, diesem jedoch ähnelt.

Optische Halluzinationen
Sinnestäuschungen, die sich auf den optischen Bereich beziehen.

S. auch Artikel zu Halluzination.

Päderastie
Von der Pädophilie nicht eindeutig abzugrenzende Neigung eines Mannes, sexuellen Kontakt zu Jungen zu suchen.

Paraphasie
Form der Sprachstörung, bei der die eigenen Gedanken durch die verwendeten Worte nicht korrekt wiedergegeben werden. Das Wort stammt aus dem Griechischen und ist zusammengesetzt aus „pará“ für „neben“ und dem Wort „phásis“ für „Sprechen“.

Die Paraphasie kann als Symptom der Aphasie auftreten.

S. auch Artikel zu Aphasie.

Pareidolie
Sinnestäuschung, bei welcher zusätzlich zu tatsächlich vorhandenen Gegenständen weitere nicht vorhandene Objekte wahrgenommen werden.

Es handelt sich bei Pareidolien wie auch bei Illusionen um Sinnestäuschungen, die auch bei gesunden Menschen auftreten können. Weitere Möglichkeiten zum Auftreten von Pareidolien sind beispielsweise fieberhafte Erkrankungen, starke Übermüdung, psychische Belastung, Panikstörungen, Drogenmissbrauch oder Alkoholintoxikation.

Primärer Krankheitsgewinn
Innere oder innerpsychische Vorteile bzw. Entlastungen, welche mit den Symptomen und/oder der Erkrankung einhergehen.

Abzugrenzen ist der primäre Krankheitsgewinn vom sekundären Krankheitsgewinn, zu letzterem s. Artikel zu sekundärem Krankheitsgewinn.

Psychotherapie
Therapie, bei welcher die Behandlung mithilfe verschiedener psychologischer Mittel und Methoden erfolgt. Durch gezielte Einflussnahme zur Linderung und/oder Heilung von Störungen im psychischen Bereich, im Verhalten, in sozialen Beziehungen und auch bei körperlichen Beschwerden. Je nach Therapieform kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz.

Hierzu dienen beispielsweise die folgenden Psychotherapiemethoden:
Klassische Psychoanalyse
Verhaltenstherapie
Tiefenpsychologisch fundierte Therapie
Hypnosetherapie (Hypnotherapie)
Katathym Imaginative Psychotherapie
Gesprächspsychotherapie
Gestalttherapie
Familientherapie, Systemische Therapie
Paartherapie
Psychodrama
Ergotherapie
EMDR

Sekundärer Krankheitsgewinn
Äußere oder soziale Vorteile, welche aus den Symptomen und/oder der Erkrankung gezogen werden. Es handelt sich hierbei um ein Phänomen, das unbewusst zur Aufrechterhaltung der Symptome und/oder der Erkrankung führen kann.

Abzugrenzen ist der sekundäre Krankheitsgewinn vom primären Krankheitsgewinn, zu letzterem s. Artikel zu primärem Krankheitsgewinn.

Somatisierung
Die Entstehung von körperlichen Erkrankungen oder Symptomen durch die Umwandlung von seelischen Konflikten.

Taktile Halluzinationen
Sinnestäuschungen, die sich auf den Bereich der Berührungsempfindung beziehen.

Taktile Halluzinationen werden auch als haptische oder Tasthalluzinationen bezeichnet.

S. auch Artikel zu Halluzination.

Tic
In gleicher Form sich schnell wiederholende, unwillkürliche Muskelzuckungen.

Wahn
Unkorrigierbare, in der tatsächlichen Umwelt nicht begründbare, Falschbeurteilung der Realität.

Das Wort stammt aus dem Mittel- und Althochdeutschen von „wān“ und bedeutet „Meinung“, „Hoffnung“ oder „Verdacht“.

Zwang
Sich aufdrängende Gedanken oder Handlungsimpulse, die sich wiederholen und als unsinnig oder sinnlos empfunden werden. Charakteristisch für zwanghafte Gedanken und Handlungen ist, dass es nicht möglich ist, diese durch Ablenkung o. Ä. zu umgehen bzw. zu vermeiden.

Zwangshandlungen
Handlungen, die zwanghaft ausgeführt werden, d. h. ohne diese willentlich durchzuführen.

Wird eine Zwangshandlung umgangen, treten bei Betroffenen Angst und intensive innere Anspannung auf.

 

Zwangsimpulse
Handlungsimpulse, die zwanghaft darauf ausgerichtet sind, sich entgegen dem Willen durchzusetzen.

 

Zyklothymia
Psychische Störung, die durch eine anhaltende instabile Stimmung gekennzeichnet ist. Dabei gibt es Zeiträume mit leichten Depressionen und Perioden mit leicht gehobener Stimmung.

Der Verlauf ist häufig chronisch, wobei die Stimmung auch normal oder mehrere Monate lang am Stück stabil sein kann.

Die Stimmungsschwankungen treten in der Regel unabhängig von erlebten Ereignissen auf. Zusätzlich zur Stimmungsänderung kann es zu Veränderungen in der Geselligkeit, der Aktivität, des Selbstvertrauens oder dem Appetenzverhalten kommen.

Zyklothymie
Veralteter Begriff, der für manisch-depressive Erkrankungen steht, z. B. die bipolare affektive Psychose.


Übermittle ein Begriffsvorschlag