Was ist eine Depression?

Der Begriff „Depression“ stammt aus dem Lateinischen von „deprimere“ = „herunter“ oder „niederdrücken“.

In Bezug auf ihren Ursprung wird die Depression in drei Gruppen unterteilt: die psychogene (neurotische), endogene (genetische) und somatogene (biologische) Depression. In Bezug auf Schweregrad wird die Depression auf leichte, mittelschwere und schwere Depression unterteilt.Bei der psychogenen oder auch neurotischen Depression handelt es sich um eine Depression, die infolge bestimmter erlernter Verhaltensmuster, belastender oder traumatisierender Ereignisse, Konditionierungen oder dauerhaftem Stress entstehen kann. Von einer endogenen Depression wird gesprochen, wenn als Ursache veranlagte bzw. genetische Faktoren als Auslöser vermutet werden. Bei somatogenen Depressionen handelt es sich um Depressionen mit einem organischen Ursprung.

Die Depression gehört zu den affektiven Störungen und ist durch eine veränderte Stimmungslage gekennzeichnet. Zu den Hauptsymptomen einer Depression zählen eine gedrückte Stimmung, Interessens- oder Freudeverlust an Aktivitäten, verminderter Antrieb und/oder gesteigerte Ermüdbarkeit, begleitet von vermindertem Selbstwertgefühl oder wiederkehrenden Gedanken an den Tod oder Suizid. Häufig werden bei Betroffenen gleichzeitig auch Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen oder Appetitverlust beobachtet. Bei schweren Formen der Depression kann es auch zu einem suizidalen Verhalten kommen.

Häufig dominieren bei betroffenen Männern körperliche Symptome, wodurch die Diagnostizierung wesentlich erschwert wird. So können bei einem depressiven Bild bei Männern zusätzlich beispielsweise Herzrasen, Schwindel oder Atemnot vorhanden sein. In der Wahrnehmung mancher Männer wird das Aufsuchen von Hilfe als „Schwäche“ gesehen, wodurch vorhandene Symptome oft verdrängt werden. Bei betroffenen Männern überlagert sich eine vorhandene Traurigkeit teilweise mit Wut oder Aggression. Anstatt über Symptome oder Probleme zu sprechen, kommt es in der Folge manchmal zu hohem Alkoholkonsum oder -missbrauch, zur Ausübung von Gewalt oder zum Suizid. Auffällig ist, dass Männer eine psychologische Unterstützung oft verweigern, häufig sogar bis zu Zeitpunkt, bis die Unterstützung unvermeidbar ist bzw. die Symptomatik nicht mehr ignoriert werden kann. Ein möglicher Grund hierfür können typische bzw. klassische Rollenbilder sein.


Abgrenzung zu anderen Störungsbildern

Das Bild einer Depression muss von anderen depressiven Symptomen wie z. B einer Trauerreaktion oder einer depressiven Verstimmung infolge einer posttraumatischen Belastungsstörung unterschieden werden. In den letztgenannten Fällen handelt es sich meist um vorübergehende depressive Verstimmungen, die innerhalb eines gewissen Zeitraums von alleine verschwinden können. Des Weiteren ist es wichtig, zu beachten, dass es bei einer Schilddrüsenunterfunktion zum Auftreten leichter Depressionen kommen kann.


Wissenswertes zur Statistik

Die Depression gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. So leiden in Deutschland ca. 5-10 % der Bürger an behandlungsbedürftigen Depressionen. Statistisch gesehen sind Frauen doppelt so oft von diesem Störungsbild betroffen als Männer. Möglicherweise erfolgt auch ganz einfach die Diagnose „Depression“ bei Frauen häufiger als bei Männern, weil einige Frauen eher über Ihre Stimmungslage, Gefühle und Ängste sprechen, wodurch vermutlich bei den entsprechenden Symptomen diese Diagnose schneller zustande kommt. Auffallend sind auch die folgenden statistischen Ergebnisse: ca. 50 % der Betroffenen konsultieren demnach keinen Arzt und ein großer Prozentsatz an Depressionen wird in der allgemeinärztlichen Praxis nicht entdeckt bzw. diagnostiziert. Das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Depressionen liegt zwischen 30 und 45 Jahren.

Kinder und Jugendliche können genauso wie Erwachsene von einer depressiven Symptomatik betroffen sein. Früher wurde oft angenommen, dass diese bei Kindern aufgrund der nicht ausgereiften emotionalen Kompetenzen nicht auftreten kann. Aus diesem Grund wurde anstelle dieser Diagnose häufig eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion gestellt. In der Pubertätsphase nimmt das Risiko einer depressiven Verstimmung beispielsweise aufgrund der schnellen körperlichen Veränderungen zu.


Ursachen und Entstehung

Es gibt mehrere mögliche Ursachen, die eine depressive Symptomatik verursachen können. Eine persönliche Verletzlichkeit in Kombination mit psychosozialen Faktoren und belastenden sozialen Ereignissen spielen hierbei eine große Rolle. Mögliche Ursachen können Überforderung und z. B. dauerhafter Stress sein. Bis auf den Fall eines Traumas, infolge dessen eine Depression spontan auftreten kann, entsteht eine Depression meist schleichend durch die Ansammlung negativer Erlebnisse, was in der Folge zu einem Teufelskreis führt.

In unserer modernen Welt werden wir uns manchmal selbst fremd bzw. entfernen uns von unserer natürlichen Art. Regelmäßig werden Ängste geschürt, zum Beispiel durch Berichte über die Bedrohung durch neuartige Viren, Krankheiten, Hacker, Datensammler, Identitätsräuber, etc. Auch die Medien unterstützen uns durch ihre Manipulationen nicht gerade dabei, unsere Bedürfnisse zu erkennen, sondern wollen uns vorgeben, wie ein perfektes Leben aussieht und wie es zu erreichen ist. Entfernen wir uns dann immer weiter von Dingen wie unserem eigenen Weltbild, unserem Selbstbewusstsein, positiven Gedanken und Zuversicht und erleben verstärkt Negatives, wie eine wiederholte Enttäuschung unserer Vorstellungen, so kann dies zu einer negativen Spirale führen. Vielleicht sind dies die Hintergründe, die genau in unserer modernen Welt die Depression zur häufigsten psychischen Erkrankung machen.

Depressionen sind die Folge von Erlebnissen, die zu starken negativen und insbesondere traurigen Gefühlen geführt haben. Bei diesen Erlebnissen wurden die erlebten Gefühle nicht ausreichend verarbeitet, was die Grundlage für die Depression darstellt. Durch viele weitere negative Erlebnisse und Gefühle kommt es im Laufe der Zeit zu einem emotionalen Ungleichgewicht. Durch die überwiegenden negativen Gefühle haben positive Gefühle keine Chance, zur Geltung zu kommen. Eine generelle negative Stimmung breitet sich aus und zieht einen Teufelskreis nach sich.In unserem Leben kommen wir zwangsläufig mit negativen Situationen in Berührung. Wenn zusätzlich weitere Faktoren hinzukommen, kann eine Depression begünstigt werden.

Die hormonellen Umstellungen, die sich während der Wechseljahre bei Frauen und der Andropause bei Männern zeigen, können ebenfalls psychische Beschwerden und depressive Stimmungen mit sich bringen.


Behandlung von Depressionen

Für die bestmögliche Behandlung ist eine gute Diagnostik sehr wichtig. Heilpraktiker arbeiten bei Depressionen häufig mit Ärzten zusammen. Im Falle einer schweren Depression, einer endogenen oder einer somatogenen Depression muss zwingend ein Arzt konsultiert werden.

Wie beschrieben entsteht eine Depression entweder schleichend durch mehrere erlebte negative Ereignisse, die sich anhäufen und irgendwann zu einem Teufelskreis führen oder spontan durch ein erlebtes Trauma. In diesen Fällen handelt es sich um Konditionierungen bzw. unverarbeitete Gefühle.

Unabhängig davon, ob wir uns an den Ursprung der entstandenen Depression erinnern können oder nicht, sind die Verhaltensmuster bereits in unserem Unterbewusstsein abgespeichert und werden automatisch ausgeführt. Bei der Behandlung wird auf die individuellen negativen Gefühle und die erlebten negativen Situationen eingegangen.

Aus meiner Erfahrung sind Depressionen grundsätzlich gut behandelbar. Wichtig ist dabei, so früh wie möglich mit der Behandlung zu beginnen. Mit der Hypnoanalyse können die emotionalen Hintergründe der Depression aufgedeckt, verarbeitet und geheilt werden. Wurden diese geheilt, vermindert sich die Depression oder verschwindet vollständig. Erfolgsgarantien gibt es nicht, dennoch konnte ich in meiner Praxis Klienten erfolgreich bei der Bewältigung von Depressionen unterstützen. Nähere Informationen zur Entstehung und Behandlung von Problemen mithilfe der Hypnanalyse am Beispiel einer Angststörung finden Sie im Abschnitt “Ängste, Angststörungen und Phobien„.