Spritzenphobie (Trypanophobie), Nadelphobie (Belonophobie) und Impfphobie (Vaccinophobie)
Was ist eine Spritzenphobie?
Viele Menschen empfinden Spritzen, Blutabnahmen oder Impfungen als unangenehm. Eine gewisse Anspannung oder ein mulmiges Gefühl vor einer Injektion ist völlig normal.
Von einer Spritzenphobie (Trypanophobie) spricht man jedoch, wenn die Angst so stark ausgeprägt ist, dass bereits der Gedanke an eine Spritze oder eine bevorstehende Impfung intensive Angst oder sogar Panik auslösen kann. Manche Betroffene vermeiden deshalb notwendige medizinische Behandlungen oder schieben diese immer wieder hinaus.
Je nachdem, worauf sich die Angst hauptsächlich richtet, werden unterschiedliche Begriffe verwendet:
- Trypanophobie – Angst vor Injektionen oder Spritzen
- Belonophobie – Angst vor Nadeln
- Vaccinophobie – Angst vor Impfungen
Im Alltag werden diese Ängste häufig zusammenfassend als Spritzenphobie oder Spritzenangst bezeichnet.
Diese Phobien kommen sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen vor und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Abgrenzung: Angst vor Spritzen oder Spritzenphobie?
Wer freut sich schon auf eine Spritze?
Dass der Einstich unangenehm sein kann oder eine Impfung kurz schmerzt, ist nachvollziehbar. Viele Menschen verspüren deshalb vor einer Injektion eine gewisse Anspannung. Diese lässt sich jedoch meist bewusst überwinden.
Bei einer Spritzenphobie ist die Angst dagegen deutlich stärker. Bereits das Warten im Wartezimmer, der Anblick einer Spritze oder sogar der Gedanke an eine bevorstehende Injektion können heftige körperliche Angstreaktionen auslösen.
In ausgeprägten Fällen werden sogar medizinisch notwendige Behandlungen vermieden. Manche Betroffene verzichten lieber auf eine Schutzimpfung, eine Blutabnahme oder eine örtliche Betäubung beim Zahnarzt, als sich der belastenden Situation auszusetzen. Dadurch kann die Phobie erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und den Alltag haben.
Von der Spritzenphobie werden unter anderem die Aichmophobie (Angst vor spitzen Gegenständen allgemein) sowie die Hämatophobie (Angst vor Blut) unterschieden.
Typische Symptome
Die Angst beginnt häufig nicht erst während der Injektion. Bereits der Gedanke an eine bevorstehende Spritze, das Betreten einer Arztpraxis oder der Anblick einer Kanüle können Beschwerden auslösen.
Typische Symptome sind unter anderem:
- starke Angst oder Panik
- Herzrasen
- Zittern
- Schwitzen
- Hitze- oder Kältegefühl
- Schwindeldas Gefühl, ohnmächtig zu werden oder tatsächlich in Ohnmacht zu fallen
- Panikattacken
Wie entsteht eine Spritzenphobie?
Wie andere spezifische Phobien entwickelt sich auch eine Spritzenphobie meist nicht ohne Grund.
Häufig spielen belastende Erfahrungen eine Rolle. Eine schmerzhafte Impfung, eine unangenehme Blutabnahme oder eine medizinische Behandlung, die als beängstigend erlebt wurde, können dazu führen, dass Spritzen oder Nadeln unbewusst mit Angst verknüpft werden.
Gerade im Kindesalter können auch die Umstände einer Behandlung bedeutsam sein. Fühlen sich Kinder überfordert, werden sie festgehalten oder erleben Hektik und Unsicherheit, kann sich die Situation besonders stark emotional einprägen.
Darüber hinaus übernehmen Kinder häufig unbewusst die Reaktionen ihrer Bezugspersonen. Zeigen Eltern oder andere nahestehende Personen selbst große Angst vor Spritzen oder sprechen wiederholt negativ darüber, kann dies die Entwicklung entsprechender Ängste begünstigen.
Mit der Zeit genügt dann oft schon der Anblick einer Spritze oder der Gedanke an eine Impfung, um dieselbe Angstreaktion erneut auszulösen.
Kann man einer Spritzenphobie vorbeugen?
Gerade bei Kindern lässt sich das Risiko einer ausgeprägten Spritzenangst häufig verringern.
Hilfreich ist eine ruhige und möglichst entspannte Atmosphäre. Kinder orientieren sich stark am Verhalten ihrer Eltern oder anderer Bezugspersonen. Wer selbst gelassen bleibt und medizinische Behandlungen sachlich vermittelt, trägt dazu bei, dass das Kind die Situation als weniger bedrohlich erlebt.
Während der Impfung können Ablenkung, altersgerechte Erklärungen und ein einfühlsamer Umgang helfen, die Erfahrung möglichst positiv zu gestalten. Schmerzreduzierende Maßnahmen, beispielsweise betäubende Salben, können je nach Situation ebenfalls sinnvoll sein.
Behandlung
Bei der Trypanophobie, Belonophobie oder Vaccinophobie handelt es sich genauso wie bei anderen Phobien um eine irrationale Angst, welche m